Die Perlkönigin

Wer surft da so spät bei Nacht und Wind?
Es ist der Thomas, er will noch geschwind,
Bevor es Zeit wird zum Schlafengehn,
Christianes farbfrohe Schatztruhe sehn.

Christiane, was birgst du so halb dein Gesicht?
Siehst du, Thomas, die Perlen denn nicht?
Mit leuchtenden Farben, die niemals vergehn,
Eine grad wie die andre so schön.

Natürlich erblick ich sie, hell und klar!
Sie sind ganz gewiss allesamt wunderbar!
Warum aber hast du, kannst du's mir sagen,
Zwei der schönsten so keck unterschlagen?

Du trägst sie ja immer, bei Tag und bei Nacht,
Schließt sie nie weg in Schrank oder Schrein.
Sie hätten's verdient wohl bei all ihrer Pracht,
Im Reigen der Perlen dabei zu sein!

Thomas Kukula, Meister perlender Reime und Töne

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